Achillea - Rundbrief Nr. 4 von Juli 2005

Das Wunder im Garten ist, dass sich alles ständig verwandelt! Aus den kahlen, feuchten Flächen im zeitigen Frühjahr wurden grün - bunt wuchernde Wiesen im Mai. Jetzt ist der Sommer endlich da, mit all seiner Hitze und seinem Feuer. Samen fangen an zu reifen, aus grün wird gelb, im Boden zeigen sich tiefe Risse, in der Trockenheit zieht sich alles zusammen. Jetzt, da die Sonne ihren Höhepunkt bereits überschritten hat, ist spürbar, dass auch das Wachstumstempo an Dynamik verliert. Die Engelwurz hat ihre Höhe erreicht, weiter in den Himmel geht es nicht. Die ganze Sonnenenergie nutzt sie für die Reifung der Samen. Nicht mehr die Expansion nach außen steht im Vordergrund, der Prozess der Reife hat begonnen. 

Auch die Brennesseln haben ihr Höhenwachstum eingestellt. Das ist gut so, denn nun sind die Samen an der Reihe. Diese Samen sind für mich das Beste, was die wilden Bewohner des Gartens uns bieten: ein hochkonzentriertes Nahrungsergänzungsmittel mit einer Vielzahl an Mineralien, Vitaminen und Phytohormonen. Noch einige Wochen Sonnenenergie tanken, dann ist die beste Zeit, um diese Schätze zu sammeln. (Insider wissen auch um die aphrodisierende Wirkung dieser Samen!) 

Jetzt, um die Zeit der Sommersonnwende werden die ersten Sommerkräuter geerntet, allen voran natürlich das Johanniskraut. Auch das Herzgespann in der Mitte unseres Rundbeetes ist voll erblüht und wartet darauf, dass wir ernten. 

Im Garten sind wir täglich mit Gießen beschäftigt. Gerade die frisch gepflanzten, kleinen Kräuter brauchen das kühlende Nass, um der Hitze der Sonne zu widerstehen. Zum Glück funktioniert unsere Wasserversorgung und wir können mit dem Schlauch richtig wässern. Wir haben eine Art Gießdienst aufgestellt. Helfer, die Lust haben einen Tag in der Woche zu übernehmen und früh morgens oder in den Abendstunden zu gießen, sind herzlich willkommen! (Bitte bei mir melden. Tel. 07664/612655 od. info@heilpflanzengarten.net)  

In den Abendstunden, wenn die Sonne sich hinter den Horizont verzogen hat, werden die Farben sanfter, die Luft ist wieder erträglich, oft streift ein kleiner Windhauch die Haut - das ist die schönste Zeit im Garten. Jede einzelne Pflanze nehme ich wahr und gebe ihr das Lebens spendende Wasser. Ein leiser, fast zärtlicher und intimer Augenblick!  Welch ein Geschenk! Ich bin aber auch bereit, dies mit anderen zu teilen! 

Der Garten kommt mir oftmals wie ein riesiges Puzzle vor. Wir haben einen Plan, wie alles sein soll, und dann gibt es viele einzelne Teile, die nach und nach zusammengefügt werden, damit wirklich ein Bild daraus entsteht. Gestern hat wieder ein kleines Teil in unserem großen Garten-Puzzle seinen Platz gefunden. Das Folienhaus am Rande des Schattenteichs ist fertig! Auf die Reste der ehemaligen Betonplatte haben wir Rindenmulch aufgebracht, eine großzügige, klare und wunderbar weiche und duftende Bodendecke ist daraus entstanden. Der nächste Regen kann kommen - wir haben ein Dach über dem Kopf! (Dank an Erwin Heger von Artemisia für die Metallbögen und an Thomas Kleemann für die Gewächshausfolie!) 

Für den nächsten Samstag haben wir im Rahmen der offenen Gartenwerkstatt einiges vor: Der Schattenteich hinter dem Folienhaus soll fertig gestellt werden, das Gelände um das Folienhaus herum will liebevoll gestaltet sein. Rechts und links des Eingangs wollen wir Hopfen pflanzen, der dann nach und nach sich das Foliendach erobern kann. Für alle, die schon immer mal vorhatten, sich im Garten zu engagieren, eine wunderbare Gelegenheit. Wir freuen uns über jede Hilfe! Unsere "Baustelle" befindet sich im Schatten großer Bäume, so dass wir auch tagsüber, wenn es heiß ist, dort gut arbeiten können. Wir sorgen für kühle Getränke und frisches Obst. Vesper bitte selbst mitbringen. 

Offene Gartenwerkstatt am Samstag, 02.07. von 11.00 - 17.00 Uhr 

Viele sommerliche Grüße aus dem Achillea - Garten 

Marga Baldas-Posavac

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