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Der Weihrauch
Des Weihrauchs zarte Säule steigt empor,
Durchsichtig schimmernd wie Kristall,
Duftblau wie ferner Horizont,
Vibrierend wie ein Geigenton.
Drei Mönche aber sitzen selbstversunken
Im nächtlich - stillen Raum ...
Sie sehen nur des Weihrauchs Säule,
Sie fühlen nur kristallne Klarheit,
Sie hören nur vibrierend Tönen
Und ahnen fernen Horizont.
(Lama Anagarika Gowinda)
Geschichte Schon im Papyrus Ebers ( 1600 Jahre v. Chr. ) wird Weihrauch,
zerstampft mit Honig als Heilmittel erwähnt. In der Bibel wird
das Harz 22 mal genannt. Es galt seit Urzeiten als "Göttlichmacher"
Symbol der Göttlichkeit, Langlebigkeit und Erinnerungskraft.
Mit ihm konnten böse Geister vertrieben und die Götter gut gestimmt werden. Sein wohlgeruch erfüllt Tempel und stimmt ein
zu innerer Sammlung und Gebet.
Heute begegnen sich uralte Medizinsysteme des Morgen- und
Abendlandes wieder und machen das Harz wieder gesellschaftsfähig.Im heutigen Jemen lag vor 3000 Jahren das Reich der Königin von Saba, der ursprünglichen Heimat des Weihrauchs.
Ihrer Begegnug mit Salomon in Jerusalem ist es
zu verdanken das der Weihrauchhandel einen Aufschwung erfuhr.
Das edle Harz wurde mit Kamelkarawanen von Südarabien Richtung Mittelmeer 3500km lang auf gefährlichen Wegen
entlang der sogenannten "Weihrauchstraße" transportiert.
Herkunft
"Balsamgärten" am roten Meer sowie Südarabien, Somalia und Indien.
Aussehen
4 - 6 Meter hohe Bäume, robuster Stamm, Papierrinde, gefiederte Blätter;
weißliche, fünfblättrige Blüten.
Ernte
Durch Anritzen des Baumes. Die 3. "Blutung" ergibt die beste Qualität. Geerntet wird zur heißesten Jahreszeit. Ein
Baum kann bis zu 10 kg Harz abgeben.
Inhaltsstoffe
Harze, Gummi, Boswelliasäuren, Bitterstoffe, Schleim;
ätherische Öle: z. B. Pinen, Limonen, Olibanol u. a.
Wirkung Stimmungsaufhellend, keimtötend, kühlend, antirheumatisch, fiebersenkend, reinigend,
entzündungshemmend, beruhigend, schmerzstillend, entkrampfend, aphrodisierend u.a.
Gegenanzeige
Keine bekannt. Seltenst können Hautausschläge oder geringe Verstimmungen des Verdauungstraktes auftreten,
jedoch nur vorrübergehend. Generell äußerst gut
verträglich.
NICHT EINNEHMEN bei Schwangerschaft und Stillzeit!
Anwendung
Äußerlich: Räucherung, Öl, Salbe, Klistier, Destillat, Spülung.
Innerlich in Tablettenform: H15 Gufic - ayurvedisches Präparat,
wirksam bei entzündlichen Darmerkrankungen
sowie rheumatischen Leiden. Kann Wachstum von Hirntumoren reduzieren.
Rezepte
Weihrauch-Heilerde-Kur
100g Heilerde und 20 g gepulverten oder gemörserten Weihrauchharz vermengen. Drei mal einen Teelöffel in je einem Glas Wasser einnehmen. Als intermittierende Kur anwenden bei Durchfall und entzündlichen Darmerkrankungen: 1 Woche einnehmen, dann 1 Woche Pause und so fort; insgesamt über 6 Wochen, bei Beddarf auch länger. Wichtig: Weihrauch innerlich eingenommen benötigt zur Entfaltung seiner Wirkung ein gewisses Depot im Organismus. Deswegen ist eine spürbare Wirkung erst nach einer Einnahmedauer von einem Monat zu erwarten.
Weihrauchöl
Gegen Akne, Herpes und Mundschleimhautentzündungen ist das ätherische Öl des Harzes als Weihrauchöl in der Apotheke erhältlich. Weihrauchöl verströmt einen angenehmen, langanhaltenden Duft. Das Öl darf nicht in Augen, offene Wunden oder Schleimhäute gebracht werden. Es kann mit fettem Trägeröl gemischt oder in Heiltees bzw. in warmen Wasser verschüttelt, angewendet werden. Bei Aphten, kleinen schmerzhaften Geschwüren im Mundwinkel, bei Entzündungen oder bei Parodonthose im Mund empfielt sich das Gurgeln mit einer Weihrauchölmischung: In eine halbe Tasse warmes Wasser, Salbei- oder Kamillentee 2 Tropfen ätherisches Weihrauchöl einrühren und mehrmals täglich damit gurgeln. Das erfrischt, desinfiziert, hemmt die Entzündung und nimmt den Schmerz. |