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Weide

Weide
  (Großbild)

 

Volksnamen

Felbern, Korbweiden, Fieberweiden, Maiholz
Botanischer Name Salix alba (Silber-), Salix caprea (Sal-), Salix fragilis (Bruch-)
Familie Weidengewächse ( Salicaceae)
Pflanzentyp zweihäusiger hoher Baum oder Strauch
Standort feuchte Standorte entlang an Bächen und Flüssen, auf feuchten Wiesen
Größe Je nach Art 3 bis 25 m hoch
Blütezeit ab Februar
Droge Rinde der 2 – 3-jährigen Zweige verschiedener Weidenarten,
im Februar / März gesammelt
Wirkstoffe Salicin (Phenolglykosid), Flavonoide, Gerbstoffe
 

Geschichtliches

In alten Zeiten bei den Kelten galt die Weide als heiliger und heilender Baum. Baumfeen wohnten in ihm, und er hatte die Fähigkeit, Unheil und Krankheit anzuziehen und so den Menschen davor zu bewahren. Besonders bei Fieber und Gicht gingen die Menschen zu einem hohlen Weidenbaum, stellten sich hinein und verbannten mit Sprüchen und Gebeten ihre Leiden in den Baum.

Die Weide galt auch als Sinnbild für Lebenskraft: denn selbst aus den abgesägten Stämmen wachsen immer wieder neue Zweige nach, Beweis für die magische Kraft der Weide. So steckten die Druiden Weidenzweige in die Erde, um die Fruchtbarkeit der Felder zu sichern.

Im Volksglauben kam die Weide oftmals nicht gut weg: in ihr verbargen sich die bösen Hexen, und angeblich sollte sie zu Impotenz und Unfruchtbarkeit führen.

Doch schon die Heilkundigen der Antike (Hippokrates und Plinius) und des Mittelalters (Hildegard von Bingen, Paracelsus) verwendeten Rinde und Blätter als Heilmittel bei Fieber, Darmkrankheiten und bei Hühneraugen. In Klostergärten wurde sie wegen ihrer abkühlenden Wirkung zur Bekämpfung der sexuellen Lust angepflanzt.

Heilwirkung

Die Weidenrinde enthält Salicin, das im Körper zu Salicylsäure umgewandelt wird; es ist eng verwandt mit dem Wirkstoff, der im bekannten Schmerzmittel Aspirin enthalten ist. Die Weidenrinde wirkt in erster Linie schmerzstillend, entzündungshemmend und zusammenziehend, aber auch schweiß- und harntreibend. Das macht sie zu einem hervorragenden Heilmittel sowohl bei allen rheumatischen und gichtischen als auch bei fieberhaften Erkrankungen.

Im Gegensatz zur Acetylsalicilsäure, (ASS) dem Wirkstoff des Aspirin, hemmt Weidenrinde nicht die Blutgerinnung und ist damit auch für Magen und Darm gut verträglich. Die Weidenrinde erziehlt eine ähnliche Wirkung wie Aspirin, jedoch ohne die unangenehmen Nebenwirkungen. Salicin wird erst im Darm und in der Leber zu Salicylsäure verstoffwechselt. Desswegen setzt die Wirkung erst nach 2 – 3 Stunden ein, hält dann aber ca. 12 Stunden an.

Weitere Verwendung

  • Weidenzweige in die Erde gesteckt, wurzeln sehr schnell an, vorausgesetzt sie haben genug Wasser. Diese Fähigkeit der Weide wird dazu benutzt, ganze Bauwerke aus Weiden zu errichten. (www.sanftestrukturen.de) Mit Kindern zusammen lassen sich Weideniglus bauen, ein wunderbarer Raum zum Spielen und Verstecken.

  • Mit ihrem weitverzweigten Wurzelwerk dient sie auch zur Befestigung von Ufern.

  • Aus ihren langen, biegsamen Zweigen werden Körbe geflochten (Korbweiden).

  • Die Weidenblüten, die „Kätzchen“, sind ein wertvoller Pollenspender für die Bienen zu einer Zeit (ab Februar), in der es noch kaum Blüten gibt (Salweide).

Anwendung

Weidenrindentee:
2 TL fein zerkleinerte Rinde in 1 Tasse kaltem Wasser 2 – 3 Std. ziehen lassen, kurz aufkochen. Über den Tag verteilt 3 Tassen schluckweise ohne Zucker trinken.

Teemischung zur Fiebersenkung:
Weidenrinde zu gleichen Teilen mit Enzianwurzel mischen. 1 TL pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.

Teemischung bei Rheuma und Gicht:
Weidenrinde zu gleichen Teilen mit Birkenblätter mischen. 1 TL pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.

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