|
Geschichtliches
In alten Zeiten bei den Kelten galt die Weide als heiliger und
heilender Baum. Baumfeen wohnten in ihm, und er hatte die Fähigkeit,
Unheil und Krankheit anzuziehen und so den Menschen davor zu bewahren.
Besonders bei Fieber und Gicht gingen die Menschen zu einem hohlen
Weidenbaum, stellten sich hinein und verbannten mit Sprüchen
und Gebeten ihre Leiden in den Baum.
Die Weide galt auch als Sinnbild für Lebenskraft: denn selbst
aus den abgesägten Stämmen wachsen immer wieder neue Zweige
nach, Beweis für die magische Kraft der Weide. So steckten
die Druiden Weidenzweige in die Erde, um die Fruchtbarkeit der Felder
zu sichern.
Im Volksglauben kam die Weide oftmals nicht gut weg: in ihr verbargen
sich die bösen Hexen, und angeblich sollte sie zu Impotenz
und Unfruchtbarkeit führen.
Doch schon die Heilkundigen der Antike (Hippokrates und Plinius)
und des Mittelalters (Hildegard von Bingen, Paracelsus) verwendeten
Rinde und Blätter als Heilmittel bei Fieber, Darmkrankheiten
und bei Hühneraugen. In Klostergärten wurde sie wegen
ihrer abkühlenden Wirkung zur Bekämpfung der sexuellen
Lust angepflanzt.
Heilwirkung
Die Weidenrinde enthält Salicin, das im Körper zu Salicylsäure
umgewandelt wird; es ist eng verwandt mit dem Wirkstoff, der im
bekannten Schmerzmittel Aspirin enthalten ist. Die Weidenrinde wirkt
in erster Linie schmerzstillend, entzündungshemmend und zusammenziehend,
aber auch schweiß- und harntreibend. Das macht sie zu einem
hervorragenden Heilmittel sowohl bei allen rheumatischen und gichtischen
als auch bei fieberhaften Erkrankungen.
Im Gegensatz zur Acetylsalicilsäure, (ASS) dem Wirkstoff des
Aspirin, hemmt Weidenrinde nicht die Blutgerinnung und ist damit
auch für Magen und Darm gut verträglich. Die Weidenrinde
erziehlt eine ähnliche Wirkung wie Aspirin, jedoch ohne die
unangenehmen Nebenwirkungen. Salicin wird erst im Darm und in der
Leber zu Salicylsäure verstoffwechselt. Desswegen setzt die
Wirkung erst nach 2 – 3 Stunden ein, hält dann aber ca.
12 Stunden an.
Weitere Verwendung
- Weidenzweige in die Erde gesteckt, wurzeln sehr schnell an,
vorausgesetzt sie haben genug Wasser. Diese Fähigkeit der
Weide wird dazu benutzt, ganze Bauwerke aus Weiden zu errichten.
(www.sanftestrukturen.de) Mit Kindern zusammen lassen sich Weideniglus
bauen, ein wunderbarer Raum zum Spielen und Verstecken.
- Mit ihrem weitverzweigten Wurzelwerk dient sie auch zur Befestigung
von Ufern.
- Aus ihren langen, biegsamen Zweigen werden Körbe geflochten
(Korbweiden).
- Die Weidenblüten, die „Kätzchen“, sind
ein wertvoller Pollenspender für die Bienen zu einer Zeit
(ab Februar), in der es noch kaum Blüten gibt (Salweide).
Anwendung
Weidenrindentee:
2 TL fein zerkleinerte Rinde in 1 Tasse kaltem Wasser 2 –
3 Std. ziehen lassen, kurz aufkochen. Über den Tag verteilt
3 Tassen schluckweise ohne Zucker trinken.
Teemischung zur Fiebersenkung:
Weidenrinde zu gleichen Teilen mit Enzianwurzel mischen. 1 TL pro
Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen
lassen.
Teemischung bei Rheuma und Gicht:
Weidenrinde zu gleichen Teilen mit Birkenblätter mischen. 1
TL pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten
ziehen lassen.
|