<-zurück

Huflattich

Huflattich
  (Großbild)

 

Volksnamen

Bachblümli, Hufblatt, Brustlattich, Märzblume, Tabakkraut

Botanischer Name

Tussilago farfara

Familie Korbblütengewächs
Standort

In Mitteleuropa weit verbreitet im Ödland, an Wegen, Baustellen und Steinbrüchen; bevorzugt feuchte, lehmige, kalkhaltige Böden und sonnige Plätze

Größe 20-50 cm
Blütezeit März-April
Droge Blätter, Blütenköpfchen
Wirkstoffe

Schleim,Bitter,Gerbstoffe,Mineralstoffe,Zink, Schwefel, salpetersaure Salze Pyrrolizidin- Alkaloide in Spuren

 

Der Märzwind ist noch scharf und kalt.
Ich blühe schon – ich weiß, dass bald
die Sonne alles wärmer macht !

Die Blätter wachsen mir noch nicht.
Sie kommen später erst ans Licht.
Sie lieben die Besonderheit
Und denken sich: Wir haben Zeit.

Geschichte und Mystik

Dioscurides, der alte Grieche (1. Jahrh. n. Chr. ) beschrieb schon in seinen Werken die Heilwirkung des Huflattichs und natürlich war diese auch den Kräuterkundlern des Mittelalters wohl bekannt.

Huflattich wurde in alten Zeiten als Zunder verwendet.

An Fronleichnam sollte der Acker mit zu viel Huflattich umgegraben werden, damit er ausbleibt.

Indianer verwendeten die Asche als Salzersatz ( Blätter kaliumreich )

ferdehändler sollten die Huflattichblüten unters Futter mischen ehe sie die Pferde zum Verkauf anbieten – ihr Aussehen gewann dadurch an Dynamik und Vitalität

Botanik

Im Frühjahr erscheinen weißlich-filzige, violette Blütenschäfte mit blattartigen Schuppen. Die Korbblüten sind goldgelb. Die Blätter entstehen erst am Ende der Blütezeit, sind langgestielt, eckig-herzförmig, grob ausgebuchtet und am Rand fein gesägt. Ihre Unterseite ist weiß-filzig behaart

Die Sammelzeit für die Blüten ist von März bis April, für die Blätter von April bis Juni.

Eine Verwechslungsmöglichkeit ist im Frühjahr mit Pestwurzblättern möglich.

Wirkung:

Entzündungshemmend, auswurffördernd, reizmildernd auf Bronchialwege, Magen und Darm, schleimverflüssigend, krampflösend, entspannend, straffend und klärend auf die Haut

Verwendung:

Innerlich: als Tee, Hustensirup, Fertigpräparate

Äußerlich: Bäder, Umschläge

Gegenanzeigen:

Wegen der Pyrrolizidinalkaloide ist die Einnahmedauer auf 4-6 Wochen/Jahr begrenzt. Nicht einnehmen bei Schwangerschaft und Stillzeit.

Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Rezepte:

Huflattich – Tee

1 Teelöffel Droge mit einer Tasse heißem Wasser aufbrühen und nach 7 Minuten abgießen. 2 mal täglich 1 Tasse max. 4 – 6 Wochen pro Jahr. Empfehlenswert ist das Süßen mit Honig (ausgenommen Diabetiker)

Huflattichsirup

25g Huflattichblätter, 25g Fenchelsamen mörsern, 10g frische Ingwerwurzel klein schneiden, mit 900ml kochendem Wasser übergießen, auf kleiner Flamme auf ein Drittel der Flüssigkeitsmenge einkochen und dann 225g Honig zugeben.

Dosierung: 3-4 mal pro Tag einen Teelöffel.

Hilft gegen Husten, Erkältung und Katarrh

Gesichtswaschwasser

Huflattichblüten und Blätter, Erdrauchkraut

Zu gleichen Teilen mischen. Eine Handvoll mit 1/2l kochendem Wasser übergießen und zugedeckt eine halbe Stunde ziehen lassen. Abseihen und öfters als Gesichtswasser verwenden.

Verwendung in der Küche

Junge Blätter des Huflattichs ergeben ein gutes Gemüse z.B. als Spinat, in Aufläufen, in Suppen. Sie passen am besten zu Kartoffeln.

Die Blüten des Huflattichs schmecken süßlich-herb. Sie eignen sich im Frühjahr zum Garnieren von Süßpeisen, Salaten, kalten Platten.

 

Zusammenstellung: Nicole Weber und Friederike Huber-Reiss

Quellen: Schriften von Ursel Bühring, Susanne Fischer-Rizzi, Elisabeth Brooke

zur Startseite