Der Märzwind ist noch scharf und kalt.
Ich blühe schon – ich weiß,
dass bald
die Sonne alles
wärmer macht !
Die Blätter wachsen mir noch nicht.
Sie kommen später erst ans Licht.
Sie lieben die Besonderheit
Und denken sich: Wir haben Zeit.
Geschichte und Mystik
Dioscurides, der alte Grieche (1. Jahrh. n. Chr. ) beschrieb schon in seinen Werken die Heilwirkung des Huflattichs und natürlich war diese auch den Kräuterkundlern des Mittelalters wohl bekannt.
Huflattich wurde in alten Zeiten als Zunder verwendet.
An Fronleichnam sollte der Acker mit zu viel Huflattich umgegraben werden, damit er ausbleibt.
Indianer verwendeten die Asche als Salzersatz ( Blätter kaliumreich )
ferdehändler sollten die Huflattichblüten unters Futter mischen ehe sie die Pferde zum Verkauf anbieten – ihr Aussehen gewann dadurch an Dynamik und Vitalität
Botanik
Im Frühjahr erscheinen weißlich-filzige, violette Blütenschäfte mit blattartigen Schuppen. Die Korbblüten sind goldgelb. Die Blätter entstehen erst am Ende der Blütezeit, sind langgestielt, eckig-herzförmig, grob ausgebuchtet und am Rand fein gesägt. Ihre Unterseite ist weiß-filzig behaart
Die Sammelzeit für die Blüten ist von März bis April, für die Blätter von April bis Juni.
Eine Verwechslungsmöglichkeit ist im Frühjahr mit Pestwurzblättern möglich.
Wirkung:
Entzündungshemmend, auswurffördernd, reizmildernd auf Bronchialwege, Magen und Darm, schleimverflüssigend, krampflösend, entspannend, straffend und klärend auf die Haut
Verwendung:
Innerlich: als Tee, Hustensirup, Fertigpräparate
Äußerlich: Bäder, Umschläge
Gegenanzeigen:
Wegen der Pyrrolizidinalkaloide ist die Einnahmedauer auf 4-6 Wochen/Jahr begrenzt. Nicht einnehmen bei Schwangerschaft und Stillzeit.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Rezepte: Huflattich – Tee
1 Teelöffel Droge mit einer Tasse heißem Wasser aufbrühen und nach 7 Minuten abgießen. 2 mal täglich 1 Tasse max. 4 – 6 Wochen pro Jahr. Empfehlenswert ist das Süßen mit Honig (ausgenommen Diabetiker)
Huflattichsirup
25g Huflattichblätter, 25g Fenchelsamen mörsern, 10g frische Ingwerwurzel klein schneiden, mit 900ml kochendem Wasser übergießen, auf kleiner Flamme auf ein Drittel der Flüssigkeitsmenge einkochen und dann 225g Honig zugeben.
Dosierung: 3-4 mal pro Tag einen Teelöffel.
Hilft gegen Husten, Erkältung und Katarrh
Gesichtswaschwasser
Huflattichblüten und Blätter, Erdrauchkraut
Zu gleichen Teilen mischen. Eine Handvoll mit 1/2l kochendem Wasser übergießen und zugedeckt eine halbe Stunde ziehen lassen. Abseihen und öfters als Gesichtswasser verwenden.
Verwendung in der Küche
Junge Blätter des Huflattichs ergeben ein gutes Gemüse z.B. als Spinat, in Aufläufen, in Suppen. Sie passen am besten zu Kartoffeln.
Die Blüten des Huflattichs schmecken süßlich-herb. Sie eignen sich im Frühjahr zum Garnieren von Süßpeisen, Salaten, kalten Platten.
Zusammenstellung: Nicole Weber und Friederike Huber-Reiss
Quellen: Schriften von Ursel Bühring, Susanne Fischer-Rizzi, Elisabeth Brooke |