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Geschichtliches und Mythologie
In alten Sagen wird von Elfen und Pflanzengeistern berichtet, die sich bei Mondschein auf den Blättern des Gänsefingerkrauts zum Tanzen und Plaudern treffen. Die fünf Blütenblätter symbolisieren: Liebe, Kraft, Weisheit, Gesundheit und Überfluss. Das Gänsefingerkraut ist wahrscheinlich eine alte germanische Heilpflanze: bei den Germanen war es üblich, die Pflanzen in Milch zuzubereiten. Diese Art der Zubereitung wurde auch von Sebastian Kneipp empfohlen. Die Volksheilkunde schreibt dem Gänsefingerkraut magische Kräfte zu: wer am Johannistag vor Sonnenaufgang eine Wurzel ausgräbt und diese als Amulett trägt, kann die Liebe der Menschen gewinnen.
Botanik
Das Gänsefingerkraut wächst an Weg- und Wiesenrändern, gerne auf verdichtetem Boden; Gänse lieben das Kraut als Futter und verdichten mit ihren Füßen wiederum den Boden; Kriechender, ausdauernder Wurzelstock, Grundblätter bis 20 cm lang, unterbrochen gefiedert, Fiedern tief gesägt; Oberseite dunkelgrün, Unterseite behaart silbrig –weiß; Blüten goldgelb, fünfzählig.
Ernte / Sammeln
Das blühendes Kraut wird zur Blütezeit gesammelt; die Wurzeln im Frühjahr (März – April) oder im Herbst (Oktober).
Heilwirkung
Das Gänsefingerkraut wirkt leicht stopfend, zusammenziehend und entzündungs-hemmend. Außerdem zeichnet es sich aus durch seine krampflösende Wirkung.
Es findet Anwendung bei leichten Durchfallerkrankungen mit Krämpfen, bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut; bei Magen/Darmkrämpfe auch bei Säuglingen und vor allem bei krampfartige Menstruationsschmerzen. Es ist das ideale, krampflösende Mittel ohne Nebenwirkungen.
Anwendung
Innerlich: Als Tee oder in Milch gekocht; als Tinktur/ Essenz
Äußerlich: Als Tee zur Mundspülung
Zubereitung / Dosierung:
Tee: 1 TL getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser aufgießen; 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen, schluckweise trinken (2 – 3 Tassen pro Tag); für Mundspülungen 2 – 3 TL nehmen.
In Milch: 3 TL mit einer Tasse Milch kalt ansetzen, aufkochen, abseihen, heiß trinken. Bei Menstruationsbeschwerden 1 Prise Safran und Zimt zugeben. Zusätzlich Beifußbäder.
Essenz: in ein weithalsiges, gut verschließbares Glas 50 g zerkleinerte Frischpflanzen mit etwa 500 ml 40 – 45 %igem Alkohol übergießen; täglich gut schütteln, ca. 3 Wochen an einem warmen Platz stehen lassen (nicht in der prallen Sonne); Danach abfiltern, Reste nicht auspressen, in lichtgeschützte Flaschen umfüllen.
Bewährte Rezeptur (Tee): Gänsefingerkraut, Schafgarbe, Frauenmantel, Melisse zu gleichen Teilen mischen. Nebenwirkungen
Bei Reizmagen können die Beschwerden verstärkt werden. |