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Gänse
blümchen

Gänseblümchen
  (Großbild)

 

 

Volksnamen

Maßliebchen, Angerbleamerl, Augenblümchen, Gänseblume, Gänsekraut, Gänseliesel, Gänsenangerl, Grasbleamel, Herzblümli, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Mondscheinblume, Mümmeli, Maifüßchen, Märzblume, Monatsblume, Morgenblume, Müllerblume, Mutterblümchen, Osterblume, Petersblume, Regenblume, Seidenröserl,Tausendschön
Botanischer Name Bellis perennis
Familie Korbblütler, Asteraceae
Pflanzentyp  
Standort Wiesen, Felder, Grasflächen, in Gärten und an Wegrändern
Größe 3 - 20 cm
Blütezeit März bis Oktober
Erntezeit ab März
Wirkstoffe Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe,
Vitamin C, organische Säuren, wenig ätherisches Öl
 

Geschichtliches

Im Volksmund und in der Volksheilkunde ranken sich viele Geschichten um dieses kleine ausdauernd wachsende, hübsche Blümchen. Im 15 Jahrhundert ist der Name Marienblümchen geläufig, da einer Legende zu folge, die Blüten, Marias Tränen sind, die sie auf der Flucht nach Ägypten weinte. Leonhart Fuchs schreibt 1543: „Das klein Massliebchen ist ein recht wundkraut, heylet allerlei bläterlin und die zerbrochenen hirnschalen“. Der Kräuterpfarrer Künzle schätzte dieses Blümchen ebenfalls sehr, als Wundkraut, bei Brüchen, zum Abgang von Wasser und Stuhl und für Kinder, die nicht recht gedeihen wollten. Er schreibt, „Die Alten sahen in den Farben grün, weiß, rot ein Sinnbild von Liebe, Glaube, Hoffnung und am inneren goldgelben Stern des Blümchens, die Herrlichkeit im Himmel.“ Hieronymus Bock rühmte ganz besonders die wundheilende Wirkung. In England heißt es: „Wenn du mit einem Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kannst, dann ist es Frühling“. Auch lieben die Kinder das Gänseblümchen sehr und flechten daraus schöne Kränzchen, die sie sich auf den Kopf setzen. Auch magische Kräfte sagte man dem Blümchen nach, so wurde z.B. am Johannistag um 12 Uhr eine Pflanze ausgegraben, um sich vor der Pest zu schützen. Ebenfalls am Johannistag zwischen 12 und 13 Uhr gepflückte Pflänzchen sollen Glück bringen und demjenigen soll keine Arbeit schiefgehen. Die ersten drei Gänseblümchen, die man im Jahr findet, so beschrieben es unsere Vorfahren, sollen schützen vor Fieber, bösen Augen und vor Zahnweh. Auch legte man die getrockneten Kränze unter das Kopfkissen von Kindern, gegen den „Gichter“ ( Krämpfe ), als sogenannte Gichterkränzle.

Die botanische Bezeichnung (Namensherkunft) Bellis heißt übersetzt hübsch, schön, der Name Maßliebchen, kommt aus dem Germanischen mate = Wiese, lief = Blatt. Linee legte Anfang des 18. Jahrhunderts den Namen Gänseblümchen fest.

Botanik

Das Gänseblümchen ist eine ausdauernde Pflanze, die mit Wurzelstock überwintert. Sie bildet eine Blattrosette, aus der ein 3-20 cm langer, blattloser Blütenstiel entspringt. Die Blüten sind Korbblütler mit weißen Strahlenblüten am Rand, welche unterseits meißt rötlich angelaufen sind und aus gelben Röhrenblüten in der Mitte. Die Blüten sind bei Sonnenschein weit geöffnet und schließen sich nachts und bei Regenwetter, hierbei senken sie leicht den Kopf. Die Blütezeit ist von den ersten Frühlingstagen bis spät in den Herbst. Vorkommen auf Wiesen, Feldern, Grasflächen, in Gärten und an Wegrändern. Das Gänseblümchen schätzt lehmigen Boden. Genaugenommen kann man das Gänseblümchen das ganze Jahr über hindurch ernten, jedoch um den 24. Juni herum, dem Johannistag enthält es die höchste Konzentration an Wirkstoffen und hat den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht. Gesammelt werden die Blätter der Rosette und die Blüten.

Heilwirkung und Anwendung

In der Schulmedizin wird das Gänseblümchen nicht verwendet. Jedoch werden ihm in der Volksmedizin und als altes Hausmittel vielerlei Wirkungen zugeschrieben. So ist es stoffwechselfördernd, adstringierend, schmerz- und juckreizlindernd, krampflösend, leicht diuresefördernd, auswurffördernd. In der Homöopathie stellt es ein wichtiges Mittel bei stumpfen Traumen und bei Hautausschlägen dar.

Die Anwendungsarten: Die Pflanze kann innerlich als Tee, Urtinktur und frische Pflanze in Speisen, als Bestandteil einer Frühjahrskur angewendet werden, äußerlich als Tinktur, in Form eines Teeumschlags oder als Frischpflanzenblattauflage. Für die Teezubereitung übergießt man 2 TL der Droge mit 250 ml heißem Wasser, lässt diesen 10 Min. ziehen und seiht ab. Es werden 2 mal täglich 1Tasse davon getrunken. Für die äußerliche Anwendung des Tees sollte dieser kalt ausgezogen werden ( 8-10 Stunden ) und die betreffenden Hautpartien damit abgetupft werden.

Eine Bewertung der Kommission E liegt für das Gänseblümchen nicht vor.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind nicht bekannt, jedoch ist bei Personen mit einer Korbblütlerallergie Vorsicht geboten.

Rezepte

Natürlich kann man das Gänseblümchen auch ganz hervorragend essen. Es besitzt einen nussigen, sehr aromatischen und mild herben Geschmack, es ist eine sehr schöne Verzierung von Speisen und Getränken und stellt eine essbare Tischdekoration dar. Hier folgt nun eine Aufzählung der einzelnen Speisen und Getränke, die aus Gänseblümchen zubereitet werden können, oder in denen das Gänseblümchen ein Bestandteil ist.
Gänseblümchenkapern, Gänseblümchenessig, Gänseblümchensuppe, Gänseblümchengemüse, Gänseblümchen- Löwenzahnsalat, Kinders Lieblingssuppe, Maßliebchensalat aus Freya’s Zaubergarten, Germanentoast, Rendezvous mit Löwenzähnen, Bellissima, Gänseblümchensalat, Gänseblümchen- Milchmixgetränk, kandierte Gänseblümchen, heilender Gänseblümchentee, Gänseblümchenquark, Gänseblümchenfrischkäse, Gänseblümchenwein.

Als Beigabe zu: Gemüsen, Suppen, Soßen, Bowlen, Limonaden,
Spinat, Wildkräuterbowle, Wildkräutersuppe, Wildkräuterbutter, Wiesensalat, 9 Kräutersauce, Wiesentee, Wildkräuterquark, Kartoffelsuppe, Kartoffelsalat, Wildkräuterlikör, Wildkräuteressig, Wildkräuteröl, Wildkräutergemüse, Taboule mit Wildkräutern, Wiesenkräuter-Pesto.
Als essbare Tischdekoration.

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