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Bärlauch

Bärlauch
  (Großbild)

 

 
Botanischer Name Allium ursinum
Familie Liliengewächse
Pflanzentyp Zwiebelgewächs
Standort In feuchtschattigen Laubwäldern
Größe 20 - 40 cm
Blütezeit April
Erntezeit März bis April
Wirkstoffe Ätherische Öle, die aus Schwefelverbindungen bestehen, Allicin,
Flavonoide, viele Mineralstoffe und Spurenelemente
 

Geschichtliches

"Sonne von Süden fiel auf den Felsen, und dem Grund entsprang der grüne Lauch", so heißt es in der Edda, der germanischen Volksmythologiesammlung über den Ursprung des Bärlauchs. Er galt als eine der ersten Pflanzen seit der Welterschaffung und als eine der heilkräftigsten.
Der Bärlauch ist ein Liliengewächs. In feuchtschattigen Laubwäldern, wenn der Boden noch durch altes Vorjahreslaub bedeckt ist erobern sich im Frühling länglichspitze, glattglänzende Blätter ihr Revier. Einen Monat später verzaubern weiße Sternenblüten als Teppich den Wald. Bald darauf zieht sich die Pflanze zurück, hält Winterschlaf, um im zeitigen Frühjahr des nächsten Jahres wieder bereit sein zu können. Achtung: Bärlauchblätter sind den tödlich giftigen Blättern des Maiglöckchens und der Herbstzeitlose zum Verwechseln ähnlich. Der starke Geruch nach Knoblauch beim Zerreiben der Blätter kann eine brauchbare Unterscheidungshilfe sein.
Früher stärkten sich die Bären, aus dem Winterschlaf erwacht, als erstes mit diesem frischen gesunden Grün, um dann "bärenstark" ihres Weges zu gehen. In der Hoffnung, ebensolche Bärenkräfte zu erlangen, aßen die Menschen früher den Bärlauch als Kultpflanze zu Frühlingsbeginn oder am "Grünen Donnerstag". Um heute "bärenstark" zu werden, sollten auch wir ihn in unsere Frühjahrskur miteinbeziehen. Mit seinen schwefelhaltigen ätherischen Ölen und reich an Vitamin C und Mineralien ist er zur Heilpflanze des Jahres 1992 gewählt worden.

Heilwirkung und Anwendung

Die Wirkung des Bärlauchs kann mit der des Knoblauchs verglichen werden. Er wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze, senkt die Cholesterinwerte, fördert die Durchblutung, wirkt krampflösend und entzündungswidrig und regt die Verdauung, den Gallenfluss und den Stoffwechsel an. Bewährt hat sich Bärlauch auch zur unterstützenden Behandlung bei chronischen, stoffwechselbedingten Hauterkrankungen. Dafür wird er vor allem als entgiftende Frühjahrskur eingesetzt. Auch zur Darmsanierung wird Bärlauch empfohlen. Sein Inhaltsstoff Allicin wirkt stark antibakteriell auf krankmachende Keime und unterdrückt zugleich die Fäulnis und Gärung verursachenden Bakterien. Bärlauch ist daher nach einer Antibiotikabehandlung sehr zu empfehlen.

Die positive Wirkung des Bärlauchs auf die Blutgefäße kommt der des Knoblauchs gleich. Bärlauch wird zur Vorbeugung und Therapie bei altersbedingten Gefäßerkrankungen eingesetzt, bei Bluthochdruck und Arteriosklerose mit all ihren Folgeerscheinungen. Die Blutgefäße werden erweitert und entkrampft, der Blutdruck gesenkt, allerdings erst nach längerer Anwendung. Bärlauch verhindert auch, dass sich Cholesterin in den Gefäßen ablagern kann. Bei Bronchialerkrankungen hat Bärlauch eine bronchienentspannende und keimhemmende Wirkung, denn das ätherische Öl wird zu 10 % über die Lunge ausgeschieden. Bärlauch ist heilsame Medizin und zugleich köstlich nach Knoblauch duftende Wildgemüsespeise.

Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, die aus Schwefelverbindungen bestehen, Flavonoide, Biokatalysatoren, Fructosane, viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Kalium, Calcium, Schwefel, Magnesium, Mangan, Selen und Phosphor und reichlich Vitamin C (Ascorbinsäure), Vitamin B1 und B2.

Wirkungen:
Antibakteriell, antimykotisch, lipidsenkend, Hemmung der Thrombozytenaggregation, Verlängerung der Blutungs- und Gerinnungszeit, Steigerung der fibrinolytischen Aktivität, mild antihypertensiv. Außerdem wurmtreibend, blähungswidrig und stoffwechselanregend, cholesterin- und blutdrucksenkend, entspannend, schlaffördernd und hautstoffwechselunterstützend.

Indikationen:
Zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen, zur Begleittherapie bei erhöhten Blutfettwerten und Hypertonie, Appetitlosigkeit, Anregung der Funktion im Gastrointestinaltrakt, Hautkrankheiten und bei Dysbiose. Zur Frühjahrskur und bei Madenwürmern.

Darreichungsformen:
Fertigpräparate, Frischpflanzenpresssaft und als Wildgemüse in der Küche.
Tagesdosis: ca. 15 Blätter.

Nebenwirkungen:
Selten Magen-Darm-Beschwerden, allergische Reaktionen, Hypotonie.
Gegenanzeigen: Nicht bekannt.

Rezepte

Bis auf die harten Samen können alle Pflanzenteile des Bärlauchs verwendet werden: zwischen März und Juni werden junge Blätter mit Stängeln geerntet, später die Blütenknospen, Blüten und junge grüne weiche Früchte. Die Zwiebeln sammelt man am besten am Ende der Vegetationsperiode, wenn die Blätter zu vergilben beginnen, oder im Oktober. Bärlauch schmeckt am besten frisch; eingefroren oder getrocknet verliert er viel von seinem köstlichen Geschmack und auch von seiner Heilkraft.

Bärlauchtinktur:
Frische Blätter säubern, klein schneiden, in ein helles Schraubglas locker bis zum oberen Rand füllen und mit 45 %igem Weingeist auffüllen. Drei Wochen lang stehen lassen, gelegentlich schütteln und danach abgießen. In dunkle Tropffläschchen abgefüllt ist die Tinktur zur Anwendung jederzeit bereit. 3-mal täglich 20 Tropfen einnehmen.

Bärlauchöl:
In bestes kaltgepresstes Olivenöl werden frische junge Blätter, oder im Herbst ausgegrabene Bärlauchzwiebeln gegeben, pro Liter ca. 15-25 Blätter oder 5-10 Zwiebeln. Bald entfaltet sich der Knoblauchduft. Blätter oder Zwiebeln können 3 Wochen später entfernt und natürlich gegessen werden! In einer dekorativen Glasflasche kann Bärlauchöl Medizin und knoblauchduftendes Küchenöl gleichermaßen sein. Das Bärlauchöl kann zum morgendlichen “Ölschlürfen” verwendet werden, oder man gibt täglich 1 EL über die Speisen und kommt somit auf angenehmste Weise in den Genuss aller Wirkungen der Pflanze. Kühl und dunkel aufbewahrt, ist dieses Öl ein Jahr lang haltbar. Vorraussetzung ist, dass die Pflanzenteile immer vollständig mit Öl bedeckt sind.

Bärlauchessig innerlich und äußerlich:
1 Hand voll kleingeschnittene Bärlauchblätter oder Zwiebeln in 1 l guten Bio-Apfelessig geben und mindestens 3 Wochen ziehen lassen. Der Bärlauch kann auch bei Gebrauch in der Flasche verbleiben, so lange keine Pflanzenteile aus der Flüssigkeit herausragen. Für eine Blutreinigungskur 6 Wochen lang morgens nüchtern 1 EL Bärlauchessig mit ½ Tasse war-mem Wasser vermengt schluckweise trinken. Bei juckenden, nässenden Hauterkrankungen kann der Essig auch verdünnt (1 EL auf 250 ml Wasser) zu Umschlägen eingesetzt werden.

Bärlauchpesto:
Pesto, die kalte Soße aus Ligurien, wird im Original aus frischem Basilikum hergestellt. Doch diese Abwandlung wird begeistern: 100 g frische Bärlauchblätter waschen und trocken tupfen. Mit 5 grob geschnittenen Bärlauchzwiebeln, 20 g Sonnenblumenkernen, 150 ml kaltgepresstem Olivenöl und etwas geriebenem Parmesankäse im Mixer zerkleinern und mit Salz und Zitronen abschmecken. Mit einer Schicht Olivenöl bedeckt bleibt es im Kühlschrank 1 Jahr haltbar und kommt zur Wirkung als "Gesundheit, die schmeckt". Vollkornspaghetti und einen Wildkräutersalat dazu reichen und der Genuss ist perfekt.

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