|
Geschichte
Zuerst war eine brachliegende Wildnis: In einer holden Mischung aus Abraumlagerstätte, Lehmgrube und Gesteinsacker gediehen vor allem die Brombeere, das Fünffingerkraut, die Brennessel und die Quecke prächtig. Alles große Heilpflanzen! Kein Wunder also, dass Ursel Bühring, Leiterin der Freiburger Heilpflanzenschule und einige weitere Heilpflanzenfans schnell erkannten: "Aus diesem Land lässt sich was machen!" Und was oftmals gar leicht gedacht wird, wird nicht immer so leicht getan. Zuerst brauchte es dazu noch weiteres Denken. Und es brauchte vor allem einen Plan. Die Vorstellungen der Vereinsgründer reichten dabei von: "Erstmal einfach irgendwo ganz vorne am Eingang ein paar Pflänzchen einsetzen und dann alles so nach und nach wachsen lassen" bis hin zur "Großbaustelle mit grundlegender Landschafts-umgestaltung für einen großen Besuchergarten". Es war an der Zeit, sich Zeit zu lassen. So dauerte es fast ein Jahr, bis auf die gedachten Gedanken die ersten Beiträge und Spenden flossen und aus dem nach FengShui-Gesichtspunkten erarbeiteten Gartenentwicklungsplan erste Taten folgten. Dann aber ging es, gemessen an den personellen und finanziellen Möglichkeiten, "ratz fatz".
Gartenvision
Im ersten Jahr (2004) vergingen viele Stunden mit Spüren, Fühlen, Träumen und Planen. Aus der 'Zwiesprache' mit dem Geist und den Geistern des Geländes wurde die Vision eines Heilpflanzengartens geboren, den man eigentlich genauer als "Heilgarten" bezeichnen könnte: Der Gartenbesucher soll im Verlauf eines Rundweges durch einen persönlichen Heilungsprozess geführt werden, durch Licht und Schatten, durch Höhen und Tiefen, durch Ordnung und Wildnis. Dabei sollen ihm die Heilpflanzen erfahrbar gemacht werden und zur Seite stehen. Es soll ein Garten sein für die Seele und für die Sinne und er soll zum Verweilen und nach Innen schauen einladen.
Bisherige Realisierung
Im zweiten Jahr (2005) wurden etwa 150 Tonnen Erde abgetragen und umgeschichtet. Zusätzlich wurden etwa 100 Tonnen Erd- und Aushubmaterial für den Berg angeliefert. Für die Wege wurden außerdem 70 Tonnen Kies und Schottermaterial angefahren. Dabei entstanden 200 m Kieswege, 60 m Böschungen, ein Berg von bis zu 2 m Höhe, 10 m Breite und 30 m Länge, ein 50 m langer Bach und ein Teich mit bis zu 1,5 m Tiefe und einer Fläche von ca. 50 m². Nebenbei entstanden auch 2 Plätze, ein Folienhaus, ein Blauregendom, ein Gerätehaus, ein Kompostbereich mit 4 Kammern und ein Aufenhaltshaus (Gartencafé).
Im dritten Jahr (2006) wurden weitere 60 Tonnen Kies und Schotter für die Plätze eingearbeitet. Außerdem wurden 250 m Elektrokabel und 230 m Wasserleitung verlegt für die Strom- und Wasserversorgung des Gartens. Und es wurden die ersten beiden Beete engelegt. Irgendwo mussten die neu ankommenden Pflanzen ja hin. Es entstand eine Zisterne mit einem Wasserspeichervolumen von ca. 2000 Litern und 2 Wasserentnahmestellen, die durch ein Druckwasserwerk das Giesen mit Schlauch und Berieselungsanlage im ganzen Garten erlauben. Der Berg erhiel seine grobe Form und einen Erdkeller. Weitere Heilpflanzen fanden ihren Weg in den Garten und die Anzahl der Beete wuchs auf 9.
Im vierten Jahr (2007) erhielt der Bachlauf eine provisorische Folie um schon mal im Fluss zu sein. Eine kleine Bogenbrücke ermöglicht jetzt den Rundweg, ohne über den Bach springen zu müssen. Der Teich wurde neu modelliert und mit Teichvlies und einer Kautschukfolie abgedichtet. Die Innengestaltung des Teichs mit Steinmauern für die Böschungen und einem Kiesbett ist in den letzten Zügen. Der Eingangsbereich wurde verschönert. Diverse Stein- und Holzbänke fanden dabei ihre Plätze, um Besuchern das Verweilen und den Helfern das Ausruhen zu erleichtern. Viele unserer Heilpflanzen wurden in Themenbeete umgruppiert und mit einem Namenschild versehen, sodass Besucher sich leichter orientieren und "ihre" Heilpflanzen finden können. Die Weinstöcke erhielten ein Rankgerüst und bildet jetzt ein einladendes und schützendes Tor zum 'Platz der Stille'. Im Gartencafé wurde eine Kräuterküche eingebaut. Am Zugang vom Albertus-Magnus-Haus wurde ein Durchgangstor errichtet.
Im fünften Jahr (2008) wurde dem beständig fließenden Quellwasser ein ein provisorisches Bachbett gegeben. Der Sonnenteich wurde fertigestellt und mit verschiedenen Teichpflanzen und einem Holzsteg ausgestattet. Am Auslauf ist ein Sumpgebiet entstanden, in dem sich zudringliche Wildpflanzen festgesetzt haben. Um den Teich und über Trittsteine durch das Sumpfgebiet, zieht sich ein Uferweg. Viele neue Pflanzen wurden beschafft oder aufgezogen und in die neu geordneten Themenbeete umgesiedelt. Der Zysternenplatz wurde beschönigt und bepflanzt. Am Berg ist das erste Beet in Angriff genommen und Steinmauern beginnen sich darauf entlang zu schlängeln. Der Quellbrunnen am Beginn des etwa 80 m langen Bachlaufs wird bereits vorbereitet. Das dauert wohl nicht mehr allzu lange, bis die Kreativität sich bei diesem Projekt nicht mehr zügeln lässt. Schülerinnen der Freiburger Heilpflanzenschule haben ein rundes Beet als Organ-und-Pflanzen-Uhr angelegt, so dass jetzt bis zu 15 verschiedene Themenbeete zu besichtigen sind.
Im sechsten Jahr (2009) wurde der kleine Ablaufbach hinter dem Teich weitergeführt und endet nun in einem Sickerbecken. Dort steht bereits eine fette Kopfweide. Zusätzlich soll noch eine Birke dort gepflanzt werden. Der Berg hat ein Gipfelbeet erhalten und einen gemulchten Sitzplatz, von dem der ganze Garten einsehbar ist - unsere Aussichtsplattform sozusagen. Im Zugangsbereich vom Albertus-Magnus-Haus ist ein Eingangs-Tor entstanden. Ansonsten war 2009 ein Jahr der Beetpflege und Gartenarbeit.
Im siebten Jahr (2010) wurden zwei weitere Beete hinzugefügt, ein überdachter Arbeitsplatz beim Gerätehaus geschaffen und vor allem: Der Brunnenplatz wurde angegangen und ist sehr schön geworden. Im Zentrum des schneckenförmigen Platztes fällt nun aus einem etwa 1 m hohen Quellstein aus einem Kupferrohr ein steter Wasserstrahl in das Quellbecken und speist von dort den Bachlauf und den etwa 50 m entfernten Teich.
Anstehende Baumaßnahmen
In 2011 sollen immer noch etwa 20 Tonnen Gestein und Felsen ihren Platz auf dem Berg finden. Der oberste Teil des Bachlaufs soll seine Modellierung mit Staustufen und energetisierenden Wasserwirbeln erhalten.
Neue Beete im vorderen Bergabschnitt sollen angelegt werden und die Erdaufbereitung, insbesondere eine Abmagerung, der bereits vorhandenen Beete ist vorgesehen.
Unter dem neuen, überdachten Arbeitsplatz am Gerätehaus wollen wir bald eine Pflanzenzuchtstation und einen neuen Arbeitstisch einrichten.
Nahe dem Kompostplatz soll ein großes Zuhause für allerlei Insekten, Wildbienen und Co. entstehen.
|